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Der Banker - Master of the Universe

In der preisgekrönten Dokumentation gibt Rainer Voss, ein hochrangiger Investmentbanker, intime Einblicke in eine wahre Parallelwelt: die Finanzindustrie. Dabei werfen einige seiner Ausführungen Fragen auf und liefern Diskussionspotential. Unter anderem behauptet der Experte, die Finanzkrise sei mit all ihren globalen Auswirkungen bewusst von Menschen ausgelöst worden.

Regisseur Marc Bauder hatte über Zeitungsinserate einen Insider gesucht, der bereit war, sich detaillierten Fragen zur Finanzindustrie zu stellen, fand aber keinen Zugang in die hermetisch abgeriegelte Welt. Dieser eröffnete sich ihm erst durch Recherchen für sein Spielfilmprojekt "Razzia", bei denen er einen Bundestagsabgeordneten traf, der erwähnte, dass er sich bei speziellen Kapitalmarktfragen Rat bei einem hochrangigen Investmentbanker einholt: Rainer Voss. 
Voss sicherte sich bei Anwälten für die Mitwirkung am Film ab. So werden in der Doku keine Namen und nur wenig Interna genannt. Dennoch gelingt es, einen überaus intimen Eindruck von einer Parallelwelt zu vermitteln: der Finanzindustrie. 
Anhand der Biographie von Rainer Voss kann der Zuschauer die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte nachvollziehen. Die Ausführungen des Mittfünfzigers liefern viele Anstöße und werfen Fragen auf. Die Frage nach der Verantwortung zum Beispiel. Voss ist der Meinung, dass nicht abstrakte Mächte wie eine gottgleiche Kraft, "die Märkte" oder "die Unternehmen" auf das Weltgeschehen wirken, sondern dass es Menschen sind, die handeln und nun umdenken müssen. 
Die Finanzkrise mit all ihren globalen Auswirkungen ist menschengemacht. Der Markt ist nicht lernfähig. Voss stellt beunruhigend pessimistische Prognosen über die nächsten Ereignisse: "Dass das ein gutes Ende nimmt, glaube ich keine Sekunde".

Zusätzliche Infos

Die Dokumentation wurde 2013 beim Internationalen Filmfestival von Locarno uraufgeführt und dort mit dem Hauptreis der Jury ausgezeichnet. 
Zudem gewann Marc Bauders Film 2014 den Preis der deutschen Filmkritik in der Kategorie "Bester Dokumentarfilm". Hier war er auch in den Kategorien "Beste Bildgestaltung" und "Beste Musik" nominiert. 
Beim Deutschen Filmpreis 2014 war "Master of the Universe" in der Kategorie "Bester Dokumentarfilm" nominiert. 
Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) hat dem Film das Prädikat "besonders wertvoll" verliehen.

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