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Di.
25.09. · 22:35
  —  Ein Leben mit Wölfen  
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26.09. · 11:05
  —  Ein Leben mit Wölfen  
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27.09. · 16:25
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Ein Leben mit Wölfen

In „Ein Leben mit Wölfen“ präsentiert der französische Naturfilmer Guillaume Maidatchevsky eine einzigartige Symbiose: die von Mensch, Wolf und Hund. Vor der faszinierenden Kulisse der rumänischen Karpaten fängt er mit seiner Kamera das Leben von Schäfer Vasile Vostinar mitten in Europas größtem Wolfsgebiet ein. Aufwühlende Szenen in Begleitung von preisverdächtiger Filmmusik bezeugen, wie es ihm Dank seiner Herdenschutzhunde gelingt, sich mit den grauen Jägern zu arrangieren.

Sphärisches Licht - alles grau in grau. Es ist tiefster Winter in den rumänischen Karpaten. So beginnt die Geschichte vom jungen Wolfsrüden, der sich nach verlorenen Revierkämpfen aufmacht, um ein neues Territorium zu suchen. Beeindruckende Luftaufnahmen zeigen die Weite der rauen Wildnis. Zu ihr gehören rund 3.000 Wölfe, ebenso wie deren ständige Begleiter die Raben, all´ die anderen Waldtiere, und der Mensch. Seiner Nase folgend trifft der hungrige Wolf bald auf die Farm von Schäfer Vasilo Vostinar, der hier im Gebirge seit vielen Generationen eine große Herde Schafe hält - ohne Elektroschutzzäune und Gewehre. Seine Geheimwaffe: Herdenschutzhunde. Das Zusammenleben mit einer Truppe rumänisch-karpatischer Schäferhunde ist nicht nur gut gegen Einsamkeit, sondern auch das wirkungsvollste Abwehrmittel gegen hungrige Wölfe. 

Schon als Welpen wachsen die Wolfs-ähnlichen Hütehunde mit den Lämmern auf und beschützen sie wie ihr eigenes Rudel mit ihrem Leben. Gegen einen so starken Familienzusammenhalt kommt der einsame Wolf nicht an - jegliche Angriffsversuche scheitern. Trotz der ständigen Gefahr für seine Tiere schätzt Vasilo die Wölfe wegen ihrer Stärke, Intelligenz und ihrer Rolle im Ökosystem. Er weiß: durch ihre Jagd auf wilde Pflanzenfresser wie Rehe und Hirsche bleibt mehr Futter für seine Herde übrig. Die Doku gibt atemberaubende Einblicke in eine europaweit selten gewordene Lebensform, in der wilde Raubtiere wie Wölfe nicht als Störfaktor, sondern als Teil wahrgenommen werden. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Wolfsdebatte in Deutschland liefert „Ein Leben mit Wölfen“ ein beeindruckendes Zeugnis von einem gelungenen Zusammenspiel von Mensch und Wolf.

Durch ihre enorme Anpassungsfähigkeit bevölkern Wölfe große Areale der Kontinente vom hohen Norden über die gemäßigten Breiten bis in heiße, südliche Gebiete. Bis ins 15. Jahrhundert waren Wölfe auch in Europa überall verbreitet und als „Väter der frühen Haushunde“ sogar geschätzt. Mit der aufkommenden Viehzucht wurden sie aber zu Konkurrenten und als solche gnadenlos verfolgt. Vor 150 Jahren waren Wölfe in weiten Teilen Mitteleuropas so gut wie ausgerottet. Nur in bevölkerungsarmen Rückzugsgebieten wie Gebirgen und Wäldern Ost- und Südeuropas konnten sie überleben. 

Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 kam auch für Wölfe in Deutschland die Wende. Durch das im vereinten Bundesgebiet gültige Naturschutzgesetz genossen die grauen Jäger plötzlich gesetzlichen Schutz. Seit 1992 wurden sie auch EU-weit unter Schutz gestellt. 2001 konnten sich daher aus Polen eingewanderte Wölfe in Ostdeutschland niederlassen. Seitdem gibt es auch in Deutschland wieder rund 500 sesshafte Wölfe. Die anfängliche Euphorie über die Rückkehrer wich allerdings schon nach den ersten Angriffen auf Nutztiere einer hitzigen Debatte über den Wolfsschutz. Naturschützer sind mit Wolfsbotschaftern und Herdenschutzmaßnahmen bemüht, Konflikte zu schlichten. Denn eines ist sicher: Wölfe brauchen weder Wälder, noch menschleere Areale zum Überleben, sondern lediglich Rückzugsgebiete, ausreichend Beutetiere und vor allem: die Akzeptanz durch den Menschen.

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