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15.04. · 01:25
  —  Ewiges Leben?  
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15.04. · 11:50
  —  Ewiges Leben?  

Ewiges Leben?

Länger Leben um jeden Preis? Die Vorstellung, das Leben immer weiter verlängern zu können, scheint erst einmal sehr verlockend. Und wirklich schafft es die Wissenschaft und Medizin, immer mehr Krankheiten zu heilen und die Lebenserwartungen der Menschen dadurch kontinuierlich zu verlängern. Doch werfen die neuen Möglichkeiten auch ethische Fragen auf. Die BBC-Doku stellt das Thema vor – mit seinen Chancen und Risiken. 

Die durchschnittliche Lebenserwartung steigt jedes Jahrzehnt um 2,5 Jahre – und ein Drittel aller Babys, die heute geboren werden, könnten sogar einhundert Jahre alt werden. Doch das Älterwerden und die damit einhergehende Zellbeschädigung bringen auch gesundheitliche Risiken mit – in den Industriestaaten stellen derzeit Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz die häufigsten Todesursachen dar. Bahnbrechende medizinische Entdeckungen wie die Stammzellentherapie oder die Gen-Editierung bringen jedoch Forscher auf der ganzen Welt ihrem Ziel näher, das Lebensalter zu verlängern und diese Erkrankungen zu behandeln und sogar zu heilen. 

So viele Vorteile der Fortschritt der Medizin auch mit sich bringt, er birgt auch Risiken und wirft zahlreiche berechtigte Fragen auf: Dürfen diese experimentellen Behandlungsmethoden überhaupt am Menschen getestet werden? Ist die Forschung an embryonalen Stammzellen ethisch vertretbar? Und ist die gesellschaftliche Angst vor zukünftigen „Designer-Babys“ berechtigt? In der Dokumentation „Ewiges Leben?“ präsentiert der britische Zellforscher und Nobelpreisträger Sir Paul Nurse den aktuellen Forschungsstand dieser lebensverlängernden Maßnahmen und beleuchtet dabei auch ihre moralischen Implikationen. Denn die Frage bei allem medizinischen Fortschritt bleibt: Dürfen wir Menschen alles, was wir können?

Weiterführende Informationen

Stammzellentherapie

Als Stammzellen werden spezielle Körperzellen bezeichnet, die vielseitig zu verschiedenen Zelltypen oder Geweben heranwachsen können. Wissenschaftler auf der ganzen Welt erhoffen sich, mit ihrer Hilfe eine Vielzahl von Erkrankungen wie Krebs, Diabetes oder Parkinson heilen zu können sowie die Möglichkeit, zerstörte Organe im Labor nachwachsen zu lassen. Die Verwendung pränataler Stammzellen ist allerdings international höchst umstritten und wird von vielen Menschen abgelehnt, da zu ihrer Gewinnung die Zerstörung von menschlichen Embryonen erforderlich ist. Bei der Diskussion in Deutschland geht es insbesondere um die Frage, ob der frühe Embryo als menschliches Wesen unter den Würdeschutz des Grundgesetzes fällt. Weltweit arbeiten Forscher unter Hochdruck daran, erwachsene Stammzellen für die Medizin nutzbar zu machen.

Gen-Editierung

Die Genomchirurgie ist eine molekularbiologische Methode zur zielgerichteten Veränderung von DNA und wird heutzutage bei Tieren, Pflanzen und beim Menschen eingesetzt. Die Gen-Editierung kann zum gezielten Zerstören eines Gens, zum Einführen eines Gens an einer spezifischen Stelle im Genom oder zur Korrektur in einem Gen verwendet werden. Obwohl sich Forscher medizinische Durchbrüche von der modernen Genomchirurgie erhoffen, führt diese auch international zu hitzigen Diskussionen, da die langfristigen Risiken und Nebenwirkungen wenig erforscht sind. Trotz vieler Chancen fürchten sich die Kritiker der Genmedizin vor möglichen „Designer-Babys“ und einer zukünftigen Trennung in „genetisch aufgewertete“ und „natürlich geborene“ Menschen. Auf dem Gebiet der Genmedizin bleiben bis heute rechtliche und ethische Fragen offen. Und obwohl die Gentherapie weltweit eingesetzt wird, ist ihre medizinische Anwendung oft experimentell, da bislang standardisierte Behandlungsmethoden fehlen.

Sir Paul Nurse

Der 1949 in Norwich, England, geborene Sir Paul Maxime Nurse ist ein britischer Biochemiker, Zellforscher, Neurobiologe und Mikrobiologe, der 2001 den Nobelpreis für die Entdeckung von Schlüsselregulatoren der Zellteilung erhielt. Ein wissenschaftlicher Schwerpunkt von Sir Paul Nurse ist die Erforschung der biologischen Schlüsselkomponenten des Zellzyklus. Seine Forschung, die weltweit mit Preisen ausgezeichnet wurde, eröffnete neue Perspektiven für künftige Behandlungsmethoden von Krebserkrankungen.

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