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Genies der Moderne

Nietzsche, Marx und Freud – noch vor 150 Jahren für verrückt erklärt, zählen die drei Männer heute zu den großen Helden der Moderne. In „Genies der Moderne“ liefert Historikerin Bettany Hughes intime Porträts der exzentrischen Philosophen. An historischen Orten ihrer Lebenswege versetzt sich die Britin noch einmal in eine der größten Transformationen Europas hinein: Die Industrialisierung. Renommierte Experten schildern, wie die berühmten Theoretiker in dieser Krisen-geschüttelten Zeit mit ihren revolutionären Thesen über Sex, Glauben und Politik zu Zugpferden der Moderne wurden. Das geistige Erbe der drei „Gegen-den-Strom-Schwimmer“ wurde zum Nährboden gefährlicher Ideologien, aber auch zum Wegweiser heutiger Gesellschaftsnormen.

Psychotherapie, religiöse und sexuelle Befreiung und Arbeitnehmerrechte sind heute Grund-Elemente der der Gesellschaft. Aber noch im vorletzten Jahrhundert, der Zeit von Karl Marx, Friedrich Nietzsche und Sigmund Freud waren solche Zustände utopisch. Mit der beginnenden technischen Revolution um 1830 steht Europa plötzlich Kopf: Städte füllen sich, Arbeiter werden hemmungslos ausgebeutet und die Wissenschaft stellt den christlichen Glauben in Frage. Die enormen wirtschaftlichen und politischen Umwälzungen und der damit verbundene Verlust von Tradition stürzen die Bevölkerung in eine fundamentale Sinnkrise. Wo bleiben Moral und Menschlichkeit in der neuen Welt ohne Religion? Wie sieht ein lebenswertes Dasein in der von Wissenschaft und Technik regierten Realität aus?

Bettany Hughes folgt den Spuren der drei großen Denker auf der Suche nach Antworten quer durch Europa. Original Schriftstücke und Anekdoten ortskundiger Experten belegen eindrucksvoll ihren Kampf für eine bessere Welt. Ihre einzige und stärkste Waffe: die Kraft der Gedanken. Freuds heikle Thesen über die Relevanz einer gesunden Psyche, Marx´ Anti-Kapitalismus-Propaganda und Nietzsches Feldzug gegen Religion als Übel der Menschheit machen sie zu Anführern der geistigen Revolution und Zielscheibe der Obrigkeiten. Trotz Armut, Irrsinn und politischer Verfolgung halten sie an ihren kulturkritischen Theorien bis zum Tod fest. Der Zeitgeist sollte ihnen Recht geben: nur ein halbes Jahrhundert später sind zu Lebzeiten heftig umstrittene Werke wie Nietzsches „Zarathustra“ (1891) Freuds „Jenseits des Lustprinzips“ (1920) oder Marx´ „Das Kapital“ (1867) in aller Munde. Der Missbrauch ihrer Schriften als „neue Bibeln“ gefährlicher Ideologien im Dritten Reich und der Russischen Revolution im Zwanzigsten Jahrhundert zeigt, welche Gefahren ihre Theorien bergen. Aber gerade diese Brisanz macht ihre genialen Visionen einer Gesellschaft aus fühlenden, emanzipierten und gleichberechtigten Individuen bis heute zu Leitbildern moderner, westlicher Nationen. Wie nahe sind wir ihnen inzwischen gekommen?

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