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Großstadtdschungel Trailer
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11.08. · 18:25
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12.08. · 06:00
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Großstadtdschungel

Wir Menschen denken, dass die Städte unser Terrain sind. Dabei wimmelt es um uns herum nur so von kleinen Nachbarn: Den Großstadttieren. Mit einigen können wir uns anfreunden, die meisten nehmen wir gar nicht wahr und einige gelten als Ungeziefer, die schädlich für unsere Gesundheit sind. Was stimmt und was nicht? Kommen Tiere in unseren Großstädten wirklich zurecht? Die Doku gibt Einblicke in eine Parallelwelt, die vor unseren Augen stattfindet und doch nur wenig Beachtung findet. Eine Welt, die – wissenschaftlich belegt – wichtig für unser seelisches Gleichgewicht ist. Denn eines steht fest: Ein gewisses Stück Natur braucht jeder Mensch – auch wenn er in der Großstadt lebt. 

Die Bevölkerung auf der Erde wächst kontinuierlich. Damit werden auch die zubetonierten Flächen immer größer: Megacities für immer mehr Menschen. Es ist eigentlich nur natürlich, dass auch Tiere diesen neuen Lebensraum nutzen. Wie in Tokyo – das am stärksten besiedelte Gebiet der Welt. Auch hier haben Tiere alles im Visier. Angelockt von unwiderstehlichen Essensgerüchen sind beispielsweise Makaken in Japans Hauptstadt allgegenwärtig. Die Kanäle der Metropole haben hingegen die Koi-Karpfen für sich erobert, die wohl am meisten verehrte Tierikone des asiatischen Landes.

Auch Hamburg, die zweitgrößte Stadt Deutschlands, kann sich von seiner wilden Seite zeigen. Anstatt an Felswänden, brüten hier Wanderfalken nun an Hochhäusern. Der schnellste Vogel der Welt stürzt sich mit 300 km/h von den Bürodächern, um Tauben zu fangen. Da sie in den Städten kaum Konkurrenz, aber umso mehr Tauben zum Fressen haben, führen die Wanderfalken hier ein entspanntes Leben.

Tiere haben die Fähigkeit, sich an fast jeden Lebensraum anzupassen. Während wir Menschen die Nächte in Diskotheken zum Tag machen, schwärmen Bataillonen von Fledermäusen aus, um sich an dem „All-you-can-eat-Buffet“ aus Insekten zu bedienen. Die vielen Lichter ziehen Insekten an, so dass es vor allem in Städten viele von ihnen gibt. Fledermäuse wollen sich diese leicht zu erbeutende Nahrung nicht entgehen lassen. Während sie eigentlich in abgestorbenen Baumstämmen leben, tut es deshalb auch ein Dachboden.

Berlins Vorstädte haben mittlerweile viele Schwergewichte zu ihrem Privatspielplatz erklärt. In den Nächten verwüsten regelmäßig Wildschweinrotten die Gärten der Menschen. Ein gepflegter Rasen verwandelt sich so in kürzester Zeit in ein Schlachtfeld.

Sogar an den für uns lebensfeindlichsten Orten erschaffen sich Tiere eine neue Heimat. Füchse siedeln sich oft an Mülldeponien an, die für sie als bunte Gabentische dienen. Die anpassungsfähigen Schlitzohren leben seit mehr als 100 Jahren in urbanen Gebieten und sind hier mittlerweile sogar in größerer Zahl zu finden als in freier Wildbahn.

Tiere haben sogar Kraftwerke für sich entdeckt. In Florida lockt das warme Wasser, das aus den Kühltürmen fließt, Manatis (Rundschwanzseekühe) an, die dort überwintern. Sie räkeln sich in dem Abwasser, als wäre es eine riesige Badewanne.

Auch Möwen sind erfolgreiche Städter unter den Tieren. Sie brüten sogar auf Bahnschienen und verfolgen das Motto: Mutige Vögel an die Macht! So reißen uns Möwen sogar das Essen aus der Hand.

Es werden immer mehr erstaunliche Veränderungen an Tieren festgestellt, um sich an das Leben in der Stadt anzupassen: Vögel zwitschern auf neuen Frequenzen und Eichhörnchen kommunizieren mit Körpersprache, um gegen den Verkehrslärm anzukommen. Mäuse, die in der Stadt leben, verfügen sogar über ein größeres Gehirn als ihre Artgenossen, die auf dem Land leben. Schließlich erfordert das schnelle Leben in der Stadt auch schnellere Gedankengänge und schnellere Handlungen. 

Und auch wir Menschen profitieren von dem Dschungel um uns herum. Erwiesenermaßen brauchen wir grüne Rückzugsorte genauso wie Tiere für unser seelisches Gleichgewicht. Ein Stück Natur braucht jeder Mensch in seinem Leben, sind wir doch auch Teil der Natur dieser Erde.

Daten und Fakten

Produktionsland Deutschland
Produktionsjahr 2017
Regie Phil Coles
Laufzeit 50 Minuten

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