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Mo.
01.04. · 21:40
  —  Inside Job  
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02.04. · 08:20
  —  Inside Job  
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03.04. · 14:30
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08.04. · 23:35
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Inside Job

Mit Inside Job zeigt Geo Television ein Glanzlicht des modernen Dokumentarfilms. Charles H. Fergusons preisgekröntes Meisterwerk ist sowohl ein erschütternder, als auch ein aufwühlender Doku-Thriller über die Ursachen und Hintergründe der Finanzkrise, die im Jahr 2007 ihren Anfang nahm und deren Konsequenzen bis heute zu spüren sind. Die Folgen dieser weltweiten Krise kosteten Millionen von Menschen ihr Erspartes, ihren Besitz, ihre Altersversorgung und ihre Arbeit. Inside Job erzählt, wie es dazu kommen konnte – und wo die Verantwortlichen zu suchen sind. Auch die Academy of Motion Picture Arts and Sciences war zutiefst beeindruckt und verlieh Ferguson im Jahr 2011 den Oscar in der Kategorie Bester Dokumentarfilm.

Ferguson zeichnet akribisch die verhängnisvollen Ereignisse nach. Mittels zahlreicher Interviews und der nüchternen faktischen Darstellung (Sprecher der Originalfassung ist Hollywoodstar Matt Damon, selbst Sohn eines Börsenmaklers) zeigt er auf, dass neben der Niedrigzinspolitik und der Spekulation im Immobiliensektor vor allem die Liberalisierung der Finanzmärkte und die nichtvorhandene Regulierung des Bankensektors entscheidend für das Ausmaß der Krise waren.

Der Trend zur Deregulierung, so stellt der Film klar, begann bereits in den 1980er Jahren unter Ronald Reagan. Sogar der Demokrat Bill Clinton ließ die Sache ungebremst weiterlaufen und befeuerte die unseligen Vorgänge gar: Riskantes Investmentbanking wurde legalisiert, Derivate überschwemmten den Markt. Eine Entwicklung, die unter George W. Bush ihren Höhepunkt erreichte. Die Präsidenten gingen, die Strippenzieher der Finanzwelt aber blieben.

Doch Ferguson belässt es nicht bei der Analyse. Sein Film nennt die Schuldigen beim Namen – und bringt etliche von ihnen vor die Kamera. Der Titel Inside Job deutet dabei bereits an, zu welchem Ergebnis der Filmemacher kommt: Als "Inside Job" bezeichnet man im Englischen eine Straftat zum Nachteil eines Unternehmens, die durch einen eigenen Mitarbeiter, einen Insider, verübt wurde. 

Ferguson hat zahlreiche dieser Insider für seinen Film befragt und porträtiert. Er trifft Investmentbanker, Politiker und Wirtschaftsprofessoren – viele von diesen hochbezahlten Experten lügen, dass sich die Balken biegen: Bestechung, Geldwäsche oder die Fälschung von Bilanzen werden als harmlose "Fehler" abgetan, Triple-A-Ratings für im Niedergang befindliche Firmen als bloße unverbindliche "Meinungen" verharmlost. Eine der größten Dreistigkeiten: hanebüchene Kredite, die als "Qualitätsanlagen" verhökert wurden und gegen die der Verkäufer selbst anschließend wettete.

Inside Job ist ein fesselnder, gleichwohl nüchterner Film, der einen hochkomplizierten Sachverhalt anschaulich und verständlich macht. Gleichzeitig ist er eine Anklage, die wütend macht. Nicht zuletzt, weil er sich gegen ein korruptes System wendet, das – zumindest in den USA – bis heute unangetastet geblieben ist: In seiner Rede anlässlich der Entgegennahme des Oscars wies Ferguson darauf hin, dass die Bankrotteure allesamt im großen Stil abgefunden wurden. Schlimmer noch: Einige der Mitverantwortlichen für den Crash – wie der ehemalige Harvard-Präsident Larry Summers – gehören heute zum Beraterstab Barack Obamas.

Wie brisant und enthüllend Fergusons Film tatsächlich ist, zeigte sich erst wieder im  September 2013, als der Regisseur bekannt gab, sein neues Projekt, eine Dokumentation über Hillary Clinton, abbrechen zu müssen. Der Grund: Fast alle angefragten Interviewpartner hatten Angst, sich Fergusons Fragen zu stellen und ebenso wie die Finanzmagnaten in Inside Job über ihre eigenen Statements zu stolpern.

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