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06.01. · 22:30
  —  Kreativität und Wahnsinn - Das Geschäft mit der Kunst  
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07.01. · 11:35
  —  Kreativität und Wahnsinn - Das Geschäft mit der Kunst  
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08.01. · 16:20
  —  Kreativität und Wahnsinn - Das Geschäft mit der Kunst  

Kreativität und Wahnsinn - Das Geschäft mit der Kunst

Die Kunstwelt hat sich zu einem globalen und unübersichtlichen  Markt entwickelt. Namhafte Werke wechseln nicht selten für dreistellige Millionenbeträge den Besitzer. Um die Summen weiter in die Höhe zu treiben, bedienen sich die Akteure mittlerweile sogar höchst unlauteren Mitteln. Die Doku gibt einen seltenen Einblick in die Welt der Kunst, in der es immer öfter mehr um das Geld als um die Kunst an sich geht.

Jahr für Jahr vermeldet die internationale Presse Rekordpreise, die weltweit für Kunstwerke erzielt werden. Noch vor 50 Jahren galt es als Sensation, wenn Gemälde berühmter Maler bei Auktionen die Millionengrenze knackten – heutzutage wechseln einige Werke von Jackson Pollock, Leonardo da Vinci oder Pablo Picasso für 140, 170 oder sogar 450 Millionen US-Dollar den Besitzer. Die Kunstwelt hat sich zu einem globalen und unübersichtlichen Markt entwickelt, auf dem sich Künstler, Galleristen, Sammler, Kunstkritiker, Museen und Kunstmessen tummeln. Die Kunst ist nicht mehr nur Ausdrucksform, Kulturprodukt oder ein Kommentar, sondern vor allem auch eine Ware, mit der sich sehr viel Geld verdienen lässt.     

Doch was ist der wahre Wert von „Kunst“? Und wie funktioniert das filigrane Zusammenspiel zwischen den Künstlern, Käufern und Händlern? Neben der Qualität der Werke, Trends und der natürlichen Nachfrage nach Künstlern stoßen in den vergangenen Jahren auch unlautere Mittel einiger Akteure der Branche als Faktoren in den globalen Kunstmarkt hinzu: künstliche Hypes, manipulierte Auktionen und Spekulationsblasen. Der Kunstmarkt wird weltweit nicht reguliert, da Regierungen sein bisweilen fragwürdiges Wirken oft als „opferloses Verbrechen“ betrachten. In ihren Augen sollten Oligarchen, Scheichs und andere Spekulanten schließlich selbst wissen, ob und wie weit sie ihr Portemonnaie öffnen. Doch welche Folgen hat diese Entwicklung für die Künstler und die Kunst?      

In „Kreativität und Wahnsinn - Das Geschäft mit der Kunst“ geben führende Galleristen, Künstler und Sammler exklusive Einblicke in die Mechanismen des globalen Kunstmarkts – und hinterfragen kritisch die zeitgenössische Treibjagd nach den Superlativen. GEO Television zeigt den Dokumentarfilm zum ersten Mal im deutschen Fernsehen.

Eine zweifelhafte Entwicklung

Traditionsreiche Auktionshäuser wie „Christie’s“ und „Sotheby’s“ gehören zu den wichtigsten Akteuren des internationalen Kunsthandels. Sie ehren Kunstwerke mit der Aufnahme in ihre prestigeträchtigen Kataloge und ziehen Interessenten und Käufer aus der ganzen Welt magisch an. Bei den alljährlichen Versteigerungen millionenschwerer Kunstwerke gehören jedoch auch sogenannte „Chandelier-Bids“ zu ihrem Repertoire: Bei diesen verkündet der Auktionator ein Gebot, das es in Wirklichkeit noch gar nicht gibt, um andere Bieter zu animieren, ihrerseits ein Gebot abzugeben. Statt einen der Anwesenden im Saal anzuschauen, lässt der Auktionator seinen Blick dabei in einem fragwürdigen Manöver zum Kronleuchter schweifen. Interessenten, die per Internet oder Telefon an dieser Auktion teilnehmen, entgeht dieser Schachzug meist – und das Auktionshaus kann sich vielleicht schon kurz darauf über ein neues Rekordergebnis freuen. 

Heutzutage ist die Kunst ein knallhartes Geschäft, das nicht nur sachverständige Kunstsammler und Liebhaber anzieht, sondern auch viele Spekulanten, die eine hohe Rendite erwarten. Künstler werden dabei als Marke gehandelt, unterliegen dabei wechselhaften Trends und sind dem ständigen Druck ausgesetzt, die alljährlichen Kunstmessen in Basel, London oder Miami mit frischen Werken zu bestücken. Galleristen, Kritiker und Museen greifen in diese Prozesse zwar ein – kaum jemand auf dem Kunstmarkt findet jedoch den Mut, Nein zu sagen.          

Der internationale Kunsthandel wird mittlerweile von der Jagd nach klingenden Namen und dem letzten Schrei angetrieben. Wo einst Sammler darauf bedacht waren, mit Kennerauge über viele Jahre Kollektionen talentierter Nachwuchskünstler anzulegen, werden diese aktuell mit der Aussicht auf Nutzung von Privatjets von übermächtigen Galleristen angelockt. Unterdessen mangelt es selbst führenden Museen an Finanzmitteln, um Kunstwerke anzukaufen. Was bedeutet diese Entwicklung für die Kunst an sich?

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