TV Programm
Trailer
Empfang
Edition
Fr.
15.06. · 23:50
  —  Seefeuer  

Seefeuer

Auf der 20 Quadratkilometer großen Mittelmeerinsel Lampedusa leben 4.500 Italiener. In den letzten 20 Jahren sind etwa 400.000 Migranten dort gelandet. Schätzungsweise 15.000 Menschen sind vorher im Meer ertrunken. Der Dokumentarfilm, der u.a. mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde und für einen Oscar nominiert war, begleitet die Bewohner, deren alltägliches Leben weitergeht, während um sie herum die Menschen um ihr Leben kämpfen. 

Der zwölfjährige Samuel lebt auf der italienischen Insel Lampedusa und träumt davon, wie sein Vater als Fischer zur See zu fahren. Doch sein Vater und seine Großmutter sorgen sich darum, ob er überhaupt für die Seefahrt geschaffen ist. Samuel verträgt den starken Wellengang auf dem väterlichen Fischerboot nicht und leidet zudem unter einem trägen Auge, das ihm auch das Zielen mit seiner geliebten Steinschleuder erschwert. 

Samuels Familie hört im Lokalradio regelmäßig Meldungen über gesunkene Flüchtlingsboote, die in Seenot geraten sind. Das harsche Meer vor Lampedusa, mit dem die Fischer seit Generationen ihren Lebensunterhalt bestreiten, ist seit Jahren ein Schauplatz tragischer Ereignisse, da hier Tausende Flüchtlinge aus Verzweiflung die lebensgefährliche Überfahrt nach Europa wagen. Auf den überfüllten Flüchtlingsbooten geldgieriger Schlepper spielen sich auf hoher See dramatische Szenen ab und enden für viele Menschen tödlich. Während die Inselbewohner ihrem Alltag nachgehen, betreten zur selben Zeit erschöpfte und verzweifelte Flüchtlinge Lampedusa – die „Insel der Hoffnung“, auf der seit Jahren zwei Welten aufeinander treffen.

Für seinen bewegenden Dokumentarfilm „Seefeuer“ beobachtete Regisseur Gianfranco Rosi ein Jahr lang das Leben auf Lampedusa. Brillant fotografiert stellt dieser Film den Alltag der Inselbewohner dem Schicksal der Flüchtenden in eindringlichen Bildern gegenüber und verzichtet dabei bewusst auf einen Kommentar. Lakonisch, beklemmend und aufrüttelnd – der bei der Berlinale 2016 mit dem Goldenen Bären ausgezeichnete Film bietet keine einfachen Antworten, sondern appelliert vielmehr an die universelle Menschlichkeit, die wohl allererstes Gebot bei einer langfristigen Lösung der anhaltenden Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer sein sollte. GEO Television zeigt den außergewöhnlichen Dokumentarfilm zum ersten Mal im deutschen Fernsehen.

Gianfranco Rosi

Der 1964 in Asmara, Eritrea, geborene Gianfranco Rosi ist ein italienischer Regisseur, Produzent, Kameramann und Drehbuchautor. Im Alter von 13 Jahren musste Rosi während des Eritreischen Unabhängigkeitskrieges nach Italien fliehen und studierte danach Film in New York an der Tisch School of the Arts. Bereits sein Abschlussfilm „Boatman“ wurde auf zahlreichen internationalen Filmfestivals gezeigt, darunter Sundance, Locarno, Toronto und Amsterdam. Rosi arbeitete danach bei mehreren Dokumentarfilmen als Kameramann und Regisseur und gewann 2008 mit seinem Dokumentarfilm „Unter dem Meeresspiegel“ den „Orrizonti Doc Award“ bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig. 2010 realisierte er seinen Film „El Sicario, Room 164“, der einen Auftragskiller porträtiert. 2013 gewann sein Film „Das andere Rom“ bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig als erster Dokumentarfilm überhaupt den Goldenen Löwen

So empfangen Sie GEO Television