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Tiere XXS

Winzige Superstars 

In der Natur wimmelt es von erstaunlich kleinen Tieren. Einige sind selten und außergewöhnlich, andere sehen aus wie große Tiere, die in der Wäsche eingelaufen sind. Auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, sind die Kleinsten ihrer Art alles andere als zu kurz gekommen. Bei einer Reise um die Welt zeigt die BBC-Doku die unglaublichsten Geschöpfe und lüftet ihre Geheimnisse. Denn es kann auch Vorteile haben, klein zu sein. 

Auf Madagaskar leben mehr als 100 verschiedene Lemurenarten. Genau wie wir Menschen gehören sie auch zu den Primaten. Die Mausmakis, die kleinsten Primaten, sind gerade mal so groß wie ein Apfel. Im Vergleich zu ihnen bringt der größte Primat, der Gorilla, 3.000 Mal so viel auf die Waage. Das geringe Körpergewicht ist aber kein Nachteil. Denn die Mausmakis nutzen es, um an Futterquellen zu gelangen, die für schwere Tiere unerreichbar sind. Ohne Probleme klettern sie auf die höchsten Baumwipfel und dünnsten Äste und schlürfen genüsslich den nahrhaften Nektar, der nur dort oben wachsenden Blüten.

Auch die kleinsten Vögel, die Kolibris, nutzen ihre winzige Statur, um an Futter zu gelangen, das für ihre größeren Artgenossen außer Reichweite ist. Die hübschen und teils nur Bienen-großen Vögel saugen den Nektar aus Blumen, die nur für ihre kleinen Körper zugänglich sind. Der süße Sirup gibt den kleinen Tieren die nötige Energie, die sie für ihre schnellen Flügelschläge brauchen. Bis zu 50 Mal pro Sekunde kann ein Kolibri seine Flügel schlagen. 

Nicht nur bei der Futtersuche, sondern auch in Sachen Tarnung haben die kleinsten Tiere ihren größeren Artgenossen einiges voraus. Im Ozean sind kleine Tiere zahlreichen Fressfeinden ausgesetzt. Nicht einmal ein Prozent der Fische erreicht die Geschlechtsreife. Die kleinen Zwergseepferdchen haben eine schlaue Taktik entwickelt. Sie machen sich unsichtbar, indem sie sich farblich ihrer Umwelt anpassen. So wurden die in Australien und Südostasien lebenden Tiere auch erst 1969 entdeckt. Die Seepferdchen, die kleiner als ein Fingernagel sind, können sich innerhalb von 24 Stunden farblich den Korallen, auf denen sie wohnen, anpassen, so dass sie regelrecht mit ihrer Umwelt verschmelzen. 

Dass die größten Tiere auch die stärksten sind, kann so nicht stehen bleiben. Im Verhältnis zu ihrer Größe können Mistkäfer Kugeln rollen, die zehn Mal so schwer sind wie sie selbst. Und das auch steile Hügel hinauf. Die kleinen Tiere verbringen damit echte Herkulestaten. Wenn sie die Mistkugeln erst einmal in ihrer Höhle versteckt haben, können sie sich davon fast ihr gesamtes Leben ernähren. Blattschneideameisen transportieren das 50fache ihres eigenen Körpergewichts. Als Vergleich müssten wir Menschen einen Transporter von A nach B schleppen. Und auch große Tiere wie Elefanten oder Giraffen könnten so viel nicht tragen. 

Kleine Tiere haben oft mit großen Herausforderungen zu kämpfen. So ist eine Temperaturregulierung für einen kleinen Körper wesentlich schwieriger als für einen Großen. Schließlich verfügen die Kleinen im Verhältnis zu ihrem Volumen über eine größere Oberfläche.

Der Fennek (Wüstenfuchs) hat auch für dieses Problem eine clevere Lösung gefunden. Der kleine Fuchs, der nicht mehr als eine Packung Zucker wiegt, kann in der Wüste Namibias leben, weil er überdimensional große Ohren hat. Sie regulieren die Körpertemperatur des kleinsten Mitglieds der Fuchsfamilie. 

Normalerweise ist klar, dass kleine Tiere keine so großen Strecken überwinden können, wie die Großen dieser Erde. Wie hat es also die Baldachinspinne geschafft, den gesamten Globus zu bevölkern? Forscher haben das Geheimnis der winzigen Entdecker gelüftet. Die Baldachinspinne wirft ihren Seidenfaden, mit dem sie eigentlich Netze spinnt, in die Luft und segelt so mit dem Wind. Auf diese Weise kann sie bis zu 65 Kilometer pro Tag zurücklegen. Sogar Ozeane können die kleinen Globetrotter nicht aufhalten. Da sie so leicht sind, werden sie von der Oberflächenspannung des Wassers getragen. Und wenn ein Windstoß kommt, heben sie ihre Beine und segeln auf dem Wasser. 

Auch wenn Klein-Sein große Herausforderungen mit sich bringt, haben die Tiere XXS beeindruckende Lösungen für die Probleme gefunden. Im Gegenteil, sie ziehen einen Gewinn daraus und nutzen ihre geringe Größe zu ihrem Vorteil. Auch wenn sie oft zerbrechlich wirken, sind sie oft robuster als einige der größten Tiere der Welt.

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