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Überleben mit Biss
Mo.
14.10. · 17:50
  —  Überleben mit Biss  
Mi.
16.10. · 06:55
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Überleben mit Biss

Kaum ein Naturfilm kommt ohne Nager aus – meist fällt ihnen jedoch eher die tragische Aufgabe der Futterquelle für die Stars unter den Tieren, den Räubern, zu. Doch tun wir ihnen damit Unrecht. Hamster, Streifenhörnchen und Co. sind bemerkenswerte Tiere und verdienen mehr Beachtung, als nur ein Teil des Buffettisches von ihren Fressfeinden darzustellen. Die Dokumentation stellt die kleinen Überlebenskünstler näher vor und zeigt, welche Strategien die kleinen Tiere mit den scharfen Zähnen entwickelt haben, um ihren zahlreichen Feinden zu entkommen. 

Vom putzigen Goldhamster bis zur berüchtigten Ratte, von der stets gehetzten Spitzmaus zum gemütlichen Wasserschwein – Nagetiere haben die Welt erobert und sind beinahe überall zuhause, obwohl sie rund um die Uhr von Fressfeinden umgeben sind. Wie ist das möglich? Was ist ihr Erfolgsgeheimnis?

Nager gibt es in den unterschiedlichsten Größen: Die Zwergmaus beispielsweise wiegt nicht mehr als eine Münze. Ihre südamerikanischen Verwandten, die Capybaras, bringen hingegen doppelt so viel auf die Waage wie ein Labrador. Bei allen körperlichen Differenzen, eines haben alle Nagetiere gemeinsam: Ihre scharfen Schneidezähne. Sie schleifen sich selbst und sind geformt wie ein Meißel – das perfekte Design, um auch die härtesten Nüssen zu knacken. Gleichzeitig sind sie das Wundermittel, mit dem sie die Welt erobert haben. Das Aguti, ein überdimensional großes Meerschweinchen aus Südamerika mit langen Beinen, kann mit seinen scharfen Zähnen sogar die harte Schale von Paranüssen knacken.

Um genügend Futter anzusammeln, flitzen Nager nonstop hin und her und scheinen, nie scheinen sie still sitzen zu können. Eichhörnchen verbringen ganze 80 Prozent ihrer aktiven Phasen mit dem sammeln von Nahrung. Ihre hingebungsvolle Arbeitsmoral lässt uns Menschen blass aussehen – ihre Kauwerkzeuge sowieso. Mit ihren Tricks überleben die kleinen Erfinder praktisch überall: Im Dschungel, auf offenen Grasebenen, auf Tauchstation in Flüssen, in dichten Wäldern, ja sogar in der arktischen Tundra. Sogar den Himmel erobern die kleinen Alleskönner - zu verdanken ist dies dem Gleithörnchen, dem Flugpionier unter den Nagetieren. Dank seiner Häute zwischen den Vorder- und Hinterbeinen kann es mit einem Sprung bis zu 90 Meter zurücklegen.

Ein weiterer Grund für den Erfolg der Nagetiere ist ihre Fortpflanzungsrate. Die Wanderratte kann zum Beispiel in einem Jahr mehr als ein Dutzend Würfe mit jeweils 5 bis 22 Kleinen hervorbringen. Damit ist sie in der Lage, eine ganze Heerschar an Nachkommen zu produzieren. Doch nicht ohne Grund haben Nager so viele Junge. Schließlich scheint es, als wolle jeder sie fressen. Und wenn einer gepackt wird, dann bleiben wenigstens noch genügend Überlebende übrig.

Außerdem haben die kleinen Tiere ausgeklügelte Abwehrtaktiken für ihre zahllosen Fressfeinde entwickelt. Hamster errichten ein Tunnelsystem im Boden, das sie vor den Gefahren des Tages schützt. Eine sehr aufwändige Taktik, die ständige Renovierungsarbeiten erfordert. Obwohl Hamster ständig harte Arbeit leisten müssen, sind sie sehr penibel und achten auf Sauberkeit. Mehrere Stunden täglichen investieren sie in ihre Fellpflege. Doch der Nager, der den größten Aufwand für seine eigene Festung betreibt, ist der Biber. Mit seinen architektonischen Meisterleistungen ist er in der Lage, seine gesamte Umwelt umzumodeln – und schafft damit neuen Lebensraum für andere Tiere. Biberdämme regulieren nicht nur den Wasserfluss, sondern erschaffen Tümpel, die Unterschlupf für Schildkröten und Fische bieten.

Die Dokumentation zeigt, dass sich Nagetiere nicht nur als Mittagessen für andere Tiere opfern, sondern noch viel mehr für ein intaktes Ökosystem tun. Wenn Eichhörnchen im Herbst ihre Nüsse für den Winter vergraben und später das ein oder andere Versteck wieder vergessen, dann entsteht aus der Nuss neues Leben. Als Forstbewirtschafter sichern sie die Zukunft des Waldes.

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