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Zeichnen gegen das Vergessen

Zeichnen gegen das Vergessen
18.02.2019 |  Mo. 01:25 Uhr
Start: 01:25 Uhr
Ende: 02:15 Uhr
Länge: 50 Minuten
Inhalt:
Im Mittelpunkt des äußerst berührenden Werkes steht ein gleichnamiges Kunstprojekt des österreichischen Fotografen und Malers Manfred Bockelmann (Bruder des Gesangsidols Udo Jürgens). Bockelmann hat es sich zur späten Lebensaufgabe gemacht, die Gesichter von Kindern und Jugendlichen, die während des zweiten Weltkrieges in Konzentrationslagern gestorben sind, künstlerisch zu verewigen. Als bedrückende Vorlagen dienen dem Künstler in erster Linie einst von Verfolgungsbehörden zu erkennungsdienstlichen Zwecken angefertigte Fotografien.
Gemeinsam mit seiner Tochter, der Tänzerin und Choreografin Leonie Bockelmann, schildert der Künstler eindringlich seine eng mit der eigenen Familiengeschichte und Biografie verknüpfte Motivation, sich dem ihn wie kein anderes zuvor innerlich aufwühlenden Sujet intensiv zu widmen. Um zumindest eine Ahnung von den furchtbaren Leiden der abertausenden Opfer zu erhalten, begibt sich Manfred Bockelmann in das einstige Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau.
Vor Ort gewährt u.a. der ehemalige Häftling Tadeusz Smreczynski bestürzende Einblicke in einen Alltag voller Schrecken. Auf einem jüdischen Bürgern vorbehaltenen Wiener Friedhof trifft Bockelmann in Person von Helga Pollak-Kinsky eine weitere Betroffene des NS-Rassenwahns. Diese hat nicht weniger als 60 getötete Angehörige, darunter eine im Alter von gerade einmal drei Jahren vergaste Cousine, zu beklagen.
Den emotionalen Höhepunkt der Dokumentation bildet eine von Bockelmann in die Vereinigten Staaten unternommene Reise, wo ihn Prof. Dr. Murray Kohn erwartet. Während der Rabbi und Holocaust-Forscher Auschwitz mit knapper Not überlebte, wurde seine siebenjährige Schwester Ida in eine Gaskammer getrieben. Der Gast aus dem fernen Österreich hat ein von ihm gemaltes Porträt Idas im Gepäck, dessen Anblick den Bruder der Toten erkennbar im Innersten bewegt.