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Der Himmel ist ein Autobahnstau

Wagenkolonnen, Stoßstangen und Stillstand – was den meisten Berufspendlern in Los Angeles große Frustration bereitet, ist für Mindy Alper der „Himmel auf Erden“. Im Stau kann die von Depressionen geplagte US-Künstlerin entspannen und einfach ihren Gedanken nachgehen oder die Menschen um sie herum beobachten. Die sensible US-Amerikanerin hat seit ihrer Kindheit jedoch auch eine andere Möglichkeit gefunden, um ihren dunklen Gedanken zu entkommen. Sie erschafft seit Jahrzehnten eindringliche Zeichnungen und Skulpturen, um ihrer inneren Zerrissenheit und Angst Ausdruck zu verleihen.

Mindy Alpers bewegtes Leben

Mindy Alpers Kindheit steht unter keinem guten Stern. Ihre Mutter leidet nach ihrer Schwangerschaft an einer postnatalen Depression und hat deshalb Schwierigkeiten, ihr Kind emotional anzunehmen. Und auch bei ihrem tyrannischen und aufbrausenden Vater findet das sensible Mädchen damals keinen Halt. Auf vergeblicher Suche nach Elternliebe entdeckt Mindy bereits in frühester Kindheit das Zeichnen für sich, um ihrer Isolation Ausdruck zu verleihen. In ihrer Jugend treten dann jedoch erste Anzeichen einer schweren Depression auf. Mindys Mutter gelingt es kurz darauf, eine begabte Kunstlehrerin für ihre Tochter zu finden, die Mindys großes Talent fördert. Im Kunstunterricht lernt Mindy damals auch mit Pappmaché zu arbeiten – eine Technik, die sie zeitlebens beibehalten wird. Mindy Alper beginnt, ihre voranschreitende Depression in Zeichnungen und Skulpturen zu verarbeiten. Doch sie erlebt in den kommenden Jahren immer wieder Rückschläge. Die Medikamente und Klinikaufenthalte zehren stark an ihr. 

Nach einer Elektrokrampftherapie verliert Mindy Alper für zehn Jahre ihre Sprache, die sie sich wieder mühsam neu beibringen muss. Ihr Gehirn nimmt durch die Stromstöße unwiederbringlich Schaden. Auch ihre Kunst kommt in diesen Jahren zum Erliegen. Erst durch ihren neuen Kunstlehrer Tom Wudl findet die Künstlerin langsam wieder zu ihrer alten Kreativität zurück. Sie beginnt, das angespannte Verhältnis zu ihren Eltern und ihr Innenleben in neuen Werken aufzuarbeiten, die bald schon in angesehenen Galerien in Los Angeles ausgestellt werden. Und obwohl Mindy Alper auch heute noch von Ängsten geplagt wird und mit ihrer Krankheit ringt, gibt ihr die positive Reaktion auf ihre Arbeiten neue Lebenshoffnung.

Auszeichnungen

„Der Himmel ist ein Autobahnstau“ wurde auf dem "Austin Film Festival 2016" mit zwei Preisen ausgezeichnet und gewann auch auf dem "Full Frame Documentary Festival 2017" zwei Hauptpreise. 2018 erhielt der Dokumentarfilm einen Oscar in der Kategorie „Best Documentary Short Subject". 

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