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Gesundheit für alle

„Gesundheit für alle“ erzählt eine der größten Heldensagen des 21. Jahrhunderts: Die wahre Geschichte von drei befreundeten Medizinstudenten und ihrem Feldzug für globale Gesundheit. Als Gründer der Hilfsorganisation „Partner in Health“ nehmen es Ophelia Dahl, Paul Farmer und der heutige Weltbank-chef Jim Yong Kim in den 90er Jahren mit dem ungleichen Kampf von Entwicklungsländern gegen Tuberkulose und HIV auf. Ein ergreifendes Film-Dokument darüber, wie drei unbeirrbare Weltretter mit ihrem selbstlosen Einsatz über drei Jahrzehnte Millionen Menschenleben retten.

„Gesundheit für alle“ müsste eigentlich die Aufgabe von Regierungen, der Weltbank und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sein. Der von ihnen einberufene Welt-Gesundheitsgipfel „Alma Ata“ 1978 scheitert allerdings an Finanzierungsfragen. Währenddessen sterben in armen, vom Kolonialismus gezeichneten „Dritte-Welt-Staaten“ unzählige Menschen. Immer wieder brechen Seuchen wie Tuberkulose aus, die in lateinamerikanischen Staaten wie Haiti ohne Gesundheitssystem und Geld für Medikamente verheerende Auswirkungen haben. Um dieser sozialen Ungerechtigkeit endlich ein Ende zu setzen, beginnen drei junge U.S.-Amerikaner Ende der 80er Jahre Medizin zu studieren. Wenig später freunden sich die drei Idealisten Paul Farmer, Ophelia Dahl und Jim Yong Kim an und gründen 1987 die Hilfsorganisation „Partners for Health“. Ihre Strategie: Spenden und Kredite für Krankenstationen und Medikamente in Kombination mit der Ausbildung von Gesundheitshelfern vor Ort. Der Erfolg gibt ihnen Recht: 80 Prozent von bereits aufgegebenen Kranken in Haiti erholen sich. Aber selbst einige tausend gerettete Leben stimmen Politik und Fachwelt nicht um, ihre Initiative finanziell zu unterstützen. Im Gegenteil: Im Kampf gegen multiresistente Tuberkulose in Peru verbietet die WHO den beherzten Helfern sogar die Behandlung chronisch Kranker - aus Kostengründen. Dabei sind sie die Institution, die die Preise festlegen und senken können.

Während Paul und Ophelia weiter an der Basis kämpfen, gelingt Jim mit diplomatischem Geschick der Durchbruch: Die WHO senkt die Medikamentenpreise. Gerade rechtzeitig, als eine neue große Seuche die Bühne betritt: HIV. Hier zeigt sich ihr „Haiti-Modell“ mehr denn je als lebensrettende Maßnahme. 2001 verschaffen sich geheilte Patienten mit der „Erklärung von Cange, Haitit“ endlich internationales Gehör. UN-Generalsekretär Kofi Annan spricht sich für einen globalen Fond aus. Und U.S.-Präsident George W. Bush toppt das Ganze 2003 mit dem völlig unverhofften Aids-Notfall-Plan „Pepfar“ in unglaublicher Höhe von fünfzehn Milliarden Dollar. Für über 30 Millionen HIV-Erkrankte in Afrika die Rettung in letzter Sekunde. Später sollten alle behaupten: Wir waren immer dafür, dass auch Entwicklungsländer ebenso Zugang zu Medikamenten erhalten wie Industriestaaten. Aber Pauls Freund, Partners in Health-Aktivist und heutiger Weltbank-Chef Jim Yong Kim weiß: Alle waren dagegen, bis auf seine Freunde und ihn. Ein bezeichnendes Fallbeispiel, wie in der Weltpolitik mit zweierlei Maß gemessen wird und Verbrechen an der Menschheit legal begangen werden. Aber zum Glück auch darüber, wie das Gute am Ende doch noch siegen kann.

Hintergrund: Partners in Health

Die von den Medizinern und Menschenrechtlern Paul Farmer, Jim Yong Kim und Ophelia Dahl 1987 gegründete Organisation ist eine Nichtregierungsorganisation (engl.: Non governmental organization; NGO) oder auch eine Non-Profit-Organisation. Das Ziel der Hilfs-Initiative war und ist den ärmsten der Armen in Entwicklungsländern mit Medikamenten und Behandlungen ein Mindestmaß an Chancen-Gleichheit im Hinblick auf das moderne Gesundheitssystem in „Erste-Welt-Ländern“ zu gewähren. Dabei werden nicht nur Kranke behandelt, sondern auch Krankenhäuser, Brunnen und Straßen errichtet, da viele Hilfsaktionen, außer an fehlenden Finanzen, an fehlender Infrastruktur scheitern. Ein grundlegender Erfolgsfaktor sind die Gesundheitshelfer - gesunde Mitbürger in den Einsatzgebieten, die die Kranken zuhause mit Medikamenten und moralischer Unterstützung betreuen. Wie sich immer wieder in der Praxis herausstellte, ist dies die beste Lösung, um ohne teure Fachärzte zu behandeln und obendrein gesunde Menschen in verarmten Landstrichen in Lohn und Brot zu bringen. Der Buch-Bestseller „Mountains Beyond Mountains: The Quest of Dr. Paul Farmer, a Man who would cure the World“ (2003) von Tracy Kidder über Paul Farmers Leben mit der Organisation, machte seine Heldengeschichte weltweit populär

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